Saat und Ernte
Markus N.
2. Oktober 2026

Denkt dran: Wer wenig sät wird auch wenig ernten, Und wer reichlich sät, wird reichlich ernten.
2. Kor 9,6
Was wie ein Tipp für Landwirte aussieht, ist bei Paulus ein Lehrstück für den Glauben. Ja, auch Landwirte müssen jedes Jahr neu entscheiden, wieviel Weizen sie verkaufen oder zu Brot verarbeiten lassen und wieviel sie zurückbehalten für die neue Aussaat. Je nach Entscheidung wird dementsprechend die Ernte ausfallen.
Dass unmäßiges Horten nichts bringt, lehrte Jesus ja schon in dem Gleichnis vom reichen Kornbauern (Lk 12,13ff). Keiner kann etwas mitnehmen in die neue, ewige Welt nach dem Tod.
Paulus geht es in seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth um eine Geldspende für die Christen in Jerusalem. Daher schickte er schon im Voraus Boten, um alles vorzubereiten (V. 3). Und er erinnert sie daran, dass nichts erzwungen sein soll und es nicht auf den Betrag ankommt, sondern die Einstellung: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ (V. 7). Dann weist er darauf hin, dass Gott uns mehr anvertraut als wir brauchen, damit wir Kapazitäten frei haben, um an andere abzugeben (V. 11).
Das fordert uns immer wieder heraus auf Jesu Stimme zu hören und zu erfragen, wo wir die uns anvertrauten Ressourcen einsetzen sollen. Das kann ganz verschieden aussehen: Ein Christ entschied sich zum Beispiel, die Einnahmen aus seiner Solaranlage (nach der Amortisierung) zu spenden, nach dem Motto „shine for Jesus“ oder „the Sun for the Son“. In den japanischen Gemeinden, die wir betreuen, ist es üblich, 10% seines Einkommens monatlich in die Gemeindekasse zu spenden. Darüber hinaus gibt man etwas für missionarische Werke, die Jesus einem aufs Herz legt. Daher können 20 Christen eine Pastorenstelle finanzieren – in Deutschland wäre das schwer vorstellbar.
Für mich als Missionar bedeutet das Bibelwort vom „reichlich Aussäen“ darüber hinaus, dass ich den Kontakt mit Nichtchristen suche, z. B. beim Deutsch-Japanischen Wirtschaftsforum in Frankfurt oder am Samstagnachmittag auf dem Fußballplatz bei Bashara Mainz. Dort ergeben sich gute Gespräche mit den japanischen Zuschauern und Manga Bibeln haben schon ihren Besitzer gewechselt.
Das Erntedankfest bietet einen guten Anlass, Gott für sein treues Versorgen zu danken und selbst etwas abzugeben, das heißt, auszusäen.




