Lobpreis zur Ehre Gottes
Markus H.
11. Juli 2026

Hört auf mit dem Lärm eures Lobpreises! Eure Anbetungsmusik werde ich mir nicht anhören.
Amos 5,23 – 24 (Neues Leben Bibel)
Stattdessen will ich Recht fließen sehen wie Wasser und Gerechtigkeit wie einen Fluss, der niemals austrocknet.
Ein sich verstärkender Ton deutet die bevorstehende Rückkopplung an. Es dröhnt kurz in den Ohren, bis der Tontechniker den Regler zurückgefahren hat. Über Musikgeschmack und Lautstärke gibt es in Gemeinden sicher viele Meinungen. Wünscht sich vielleicht mancher ein kleines, persönliches Mischpult?
Was Amos beschreibt, ist kein verzerrter Klang oder zu wenig Bass oder zu viel Schlagzeug. In den Gottesdiensten, die im Nordreich Israel gefeiert wurden, passten das Herz und der fromme Text nicht zusammen. Viele gestalteten ihren eigenen Glauben. Opferhöhen statt Tempel. Andere Götter statt Gott. Eigene Moral statt Gerechtigkeit im Sinn Gottes. Dieser Alltag in der Abkehr von Gott war auch im Geistlichen zu spüren. Selbst wenn Gott angerufen wurde, war es nicht ernsthaft und erfüllte nur eine Tradition. Das lärmte Gott in den Ohren und er konnte es nicht mehr ertragen.
Gottes Absicht beschreibt Amos bildhaft: Das Recht fließt wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Fluss. Daran musste ich denken, als es im beginnenden Sommer länger trocken war.
Gott ermutigte die Menschen damals, sich auf seine Vorstellungen von Recht und Ordnung neu einzulassen. Sie hatten doch durch die fünf Bücher Mose und weitere Texte des Alten Testaments klare Informationen vorliegen. Sie hatten Propheten, die ihnen Gottes Botschaften und Ermahnungen weitergaben. Wenn man das nur anwendete, würde viel mehr Gerechtigkeit im Land herrschen. Witwen, Waisen und andere Bedürftige würden versorgt sein. Gottesdienste wären Ausdruck einer lebendigen Gottesbeziehung. Doch es trocknete eine ganze Gesellschaft quasi aus: keine Liebe, keine Gerechtigkeit, wenig Moral, keine Umkehr zu Gott und nur eine halbherzige Pflege der frommen Traditionen endeten im Untergang.
Und heute? Die grundsätzliche Anfrage bleibt: Ist das, was ich sonntags und in der Woche, in der Gemeinde und darüber hinaus lebe, Ausdruck einer lebendigen Beziehung zu meinem Herrn, der mich liebt? Wo beginnt vielleicht auch ein ungutes Verhalten, das als Hauptsache den Schein wahrt?
Es ist logisch, dass mich im Gottesdienst nicht jedes Lied und jede Predigt gleichermaßen abholt. Meine Art ist es nicht, bei Liedern aufzustehen, auch wenn ich die Begründungen anderer gut nachvollziehen kann. Inwieweit sind aber Äußerlichkeiten ein Indiz für einen lebendigen Glauben?
Ich mache uns Mut, uns nach dem Recht und der Gerechtigkeit Gottes auszustrecken. Sie bekommt in Jesus ein Gesicht und lädt mich zur Umsetzung im Alltag ein. Es führt im besten Fall zu einem Umfeld, dass sich an Gott orientiert. Das Beste, das uns passieren kann, ist eine lebendige Gemeinschaft mit Jesus. Die Verheißung ist wunderbar und irgendwie auch zur Sommerzeit passend: Ein Fluss an Segen und eine gesunde Gottesbeziehung, die niemals austrocknet.




